Vor gut zwei Monaten fragten wir uns: Quo vadis Tim Ohlbrecht?
Einige derer, die am Dienstag in Leverkusen weilten, um das mannschaftsinterne Testspiel der deutschen Nationalmannschaft verfolgen, haben eben seitdem ihre eigene Sicht auf die Dinge:
Ein User aus dem Schoenen-Dunk-Forum (vorletzter Post auf der Seite) beobachtete, dass der Bonner Coach Mike Koch neben Ohlbrechts Mutter saß und zusätzlich häufiger Augenkontakt zu dem wechselwilligen Jungspund suchte. Grund genug, darüber zu spekulieren, ob der gebürtige Wuppertaler seine Zelte am Rhein aufschlagen könnte.
Würde Ohlbrecht denn nach Bonn passen? Mit Bowler und Ensminger ist die Center-Position schon besetzt, Ohlbrecht müsste also auf der Vier sein Glück versuchen. Zwar favorisierte Koch auf der Position des Power Forwards bisher stets Spieler, die in der Offensive das 1gegen1 suchen können, doch die Verpflichtung von pass-first-Aufbauspieler Jared Jordan könnte Ohlbrecht in die Karten spielen. Daran, dass Tim mit seiner Athletik sowohl unter dem Korb und mit seinem Wurfvermögen auch aus der Distanz punkten kann, sind Attribute, die Jordan mit seinen genauen Anspielen für die Baskets in Punkte ummünzen könnte. Die wichtigste Voraussetzung erfüllt der Standort Bonn für den 2,11 Meter großen Brettspieler: Mike Koch, der bekanntlicherweise gerne mit deutschen Akteuren arbeitet, würde ihn sicherlich mit der nötigen Spielpraxis bedenken.
An Ohlbrechts Talent bestehen ohnehin keine Zweifel. Nach oben gezogene Augenbrauen verursachte zuletzt vielmehr die Arbeitseinstellung des 20-Jährigen. Oftmals wirkten seine Auftritte in der vergangenen BBL-Saison lustlos. Auch am Dienstag in Leverkusen war das stellenweise so. Ohlbrecht erzielte zwar zehn Punkte, ließ aber in der einen oder anderen Situation die nötige Leidenschaft vermissen, um sich nachhaltig für eine tragende Rolle in der Nationalmannschaft zu empfehlen.
Einer seiner Konkurrenten um Spielzeit hinter Dirk und Chris Kaman (wenn sie denn spielen) scheint unterdessen auf dem besten Wege zu sein, eine neue sportliche Heimat zu finden. Tibor Pleiß, der bei den insolventen Köln 99ers das Körbewerfen lernte, unterhielt sich nach dem Spiel angeregt mit Verantwortlichen der Brose Baskets Bamberg.
Pleiß würde in Bamberg auf Ohlbrecht folgen. Bedenkt man die knappen Spielanteile seines Mannschaftskollegen, sollte man Pleiß wohl raten, sich das ganze nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Oder nicht?