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wknD? Interview mit Maik Zirbes

Maik Zirbes gehört zu den größten deutschen Nachwuchstalenten auf der Centerposition. wknD hat den 20-jährigen beim Individualtraining mit Karsten Schul an der Deutschen Sporthochschule in Köln getroffen. Im Interview spricht der Youngster über die dramatische Niederlage nach dreifacher Verlängerung gegen Paderborn, die Abstiegsangst in Trier, Aufstiegshoffnungen in der Pfalz und die Deutschquote.

wknD: Maik, ein Wahnsinnsspiel war das am vergangenen Wochenende gegen Paderborn. Warum konntet Ihr das Spiel nach dreifacher Verlängerung am Ende nicht für Euch entscheiden?

Maik Zirbes: Wir haben es einfach nicht geschafft eine konstant gute Defense zu spielen. In der Offense hat Jamal (Shuler) zwar das Heft in die Hand genommen, aber insgesamt waren wir in der Schlussphase einfach zu sehr davon abhängig was er gemacht hat. Das war ein Fehler.

Die Pleite gegen Paderborn war nun schon die sechste in Folge. Was muss sich ändern, damit Ihr wieder zurück in die Erfolgsspur findet?

Das wissen wir zurzeit noch nicht so genau. Wir haben am Anfang dieser Woche ein internes Meeting gehabt um das herauszufinden. Wir müssen uns einfach in vielen Bereichen verbessern.

Nach der Niederlage gegen Paderborn habt Ihr nur noch wenig Abstand zu den Abstiegsrängen. Zudem kommen jetzt drei schwierige Auswärtsspiele in Folge. Herrscht in Trier Abstiegsangst?

Die Abstiegsangst ist natürlich da. Allerdings ist das eine Sache über die ich im Moment  nicht nachdenken möchte. Die nächsten Auswärtsspiele sind wirklich sehr schwierig und darauf müssen wir uns jetzt voll konzentrieren.

Als Doppellizenzspieler bist Du auch für die Saar Pfalz Braves in der Pro A aktiv. Dort erlebst Du gerade das Gegenteil. Mit einer Bilanz von 15 Siegen und sieben Niederlagen gehört Ihr zu den besten Teams der Liga. Kann Euch der Aufstieg in die BBL gelingen?

Natürlich kann uns der Aufstieg gelingen. Wenn wir weiter so auftreten wie in den letzten Spielen, dann haben wir gute Chancen. Dort haben wir, meiner Meinung nach, wirklich guten Basketball gespielt. Ich weiß allerdings nicht ob das Management überhaupt will, dass wir aufsteigen. Es wäre schön, wenn wir als Spieler selbst die Chance hätten zu entscheiden ob wir aufsteigen wollen oder nicht.

Was sind Deine persönlichen Ziele in diesem und in den nächsten Jahren?

Es wäre toll, wenn wir in dieser Saison mit den Braves die Chance hätten aufzusteigen. Mit TBB will ich natürlich den Abstieg vermeiden. Vielleicht kommen wir ja noch ein bisschen weiter nach oben und können die großen Mannschaften wie Bamberg oder Berlin noch ein bisschen ärgern. Individuell will ich mich natürlich auch noch weiterentwickeln, um dann im Sommer vielleicht noch einmal in der Nationalmannschaft angreifen zu können.

Bei den Braves kommst Du regelmäßig zum Einsatz und in Trier hast Du ebenfalls fast kein Spiel verpasst. Hast Du in dieser Saison den Durchbruch als Profi geschafft?

Nein, den Durchbruch habe ich noch nicht geschafft. Bis es soweit ist vergehen bestimmt noch ein bis zwei Jahre. Es gibt zwar immer wieder Spiele, in denen ich viel Spielzeit bekomme und  gut spiele. Trotzdem gibt es auch immer noch zu viele Spiele in denen ich kaum etwas auf die Reihe kriege. Um da konstanter zu werden brauche ich einfach noch ein wenig Zeit.

In welchen Bereichen möchtest Du Dich noch verbessern?

Insgesamt muss ich einfach noch konstanter werden: einfach jedes Mal zum Rebound gehen, an der Defensive von außen arbeiten, am Ballhandling, am Wurf. Außerdem sollte ich wieder etwas stämmiger werden. Es gibt viele Dinge, bei denen ich mich noch verbessern will.

Glaubst Du es würde Dir,  als jungem Spieler,  in Deiner Entwicklung helfen, wenn die Quote in der Liga weiter erhöht  würde?

Die Erhöhung ist auf jeden Fall schon ein Fortschritt. Die Quote ist, meiner Meinung nach, aber immer noch nicht da wo sie sein sollte. Es bringt nichts, wenn sieben oder acht Ausländer spielen und vier Deutsche nur auf der Bank herumsitzen. Mir gefällt die Regelung in der Pro A eigentlich ganz gut, also dass zu jeder Zeit zwei deutsche Spieler auf dem Feld sein müssen. So sollte man es  in der BBL auch regeln. Das wäre schon ein Schritt, über den wir nachdenken sollten.

Was kommt nach Dirk?

Ich glaube momentan haben wir eine leistungsstarke Jugend. Bei den 89er Jahrgängen haben wir sehr viel Glück, da es dort wirklich sehr viele gute Leute gibt und bei den 90er Jahrgängen natürlich auch. Dennoch muss man weiter an der Deutschquote arbeiten, weil sonst vielleicht bald nicht mehr so viel nachkommt – ein Spieler wie Dirk Nowitzki erst recht nicht – denn die Jugendarbeit hat meiner Meinung nach in letzter Zeit auch ein bisschen nachgelassen.

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