Seitdem Tibor Pleiß in Bamberg ist, geht es für ihn steil bergauf: Zwei Pokalsiege, zwei Mal bester Nachwuchsspieler und womöglich bald auch schon zum zweiten Mal Meister. wknD sprach mit ihm über die aktuelle Form der Bamberger, seine basketballerische Zukunft, die NBA und die Nationalmannschaft.
wknD: Tibor, ihr habt in den letzten Wochen viele Spiele gegen starke Gegner wie Berlin, Quakenbrück und Braunschweig knapp gewonnen und euch so den Top Seed für die Playoffs und den BBL-Pokal gesichert. Was bedeutet das für euch für die Playoffs?
Tibor Pleiß: Sehr viel! Dass wir in der letzten Woche den Pokal geholt haben hat uns sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Die letzten Spiele waren wirklich sehr knapp. Dadurch haben wir gemerkt, dass wir in den nächsten Wochen noch mehr Gas geben müssen um unsere Ziele zu erreichen.
Angenommen die Titelverteidigung glückt. Dann bist du in den zwei Jahren in Bamberg zwei Mal Meister und Pokalsieger geworden und hast zwei Mal den Titel des besten deutschen Nachwuchsspielers (2009/10 noch Rookie of the Year) gewonnen. Die Herausforderungen werden für dich also geringer. Sehen wir Tibor Pleiß in der nächsten Saison noch in der BBL?
Das muss man schauen! Ich werde das alles nach der Saison entscheiden. Über sowas denke ich im Moment gar nicht nach. Im Moment spiele ich noch in Bamberg und versuche deswegen auch der Mannschaft meine ganze Energie zu geben. Was danach kommt, das kann man dann immer noch sehen. Ich werde mich mit meinen Leuten zusammensetzen, die mich gut kennen und mich auch bei anderen wichtigen Entscheidungen unterstützt haben, und werde einfach schauen wo es mich hinzieht.
Vielleicht ja schon in die NBA. Bevor du von den Oklahoma City Thunder gedraftet worden bist, hast du dich ja nicht so für die stärkste Liga der Welt interessiert. Ist das inzwischen anders geworden?
Dadurch, dass ich gedraftet worden bin, hat sich das Ganze schon geändert. Ich schaue schon ab und zu was Oklahoma so macht. Ich habe deren Seite auch auf meinem Handy gespeichert und bekomme also immer mit was die so machen und was da so abgeht. Die anderen Teams habe ich jetzt nicht so im Blick.
Aber die Thunder hast du im Blick. Wie kann man sich den Kontakt zwischen dir und dem NBA-Club vorstellen?
Wir haben schon sehr viel Kontakt, meistens per SMS oder E-Mail. Sie melden sich wöchentlich und erkundigen sich wie es mir geht oder ob ich irgendwas brauche. Sie bemühen sich wirklich sehr um mich.
Hast du denn einen konkreten Plan, wann du zum Kader der Thunder gehören willst und haben sie dir schon gesagt wann sie dich gerne im Kader hätten?
(Lacht): Also, ich habe einen Plan und sie haben sich dazu auch schon geäußert, aber das Ganze lasse ich derzeit noch ein bisschen offen.
Wenn du einen Wunsch frei hättest und eine deiner Schwächen in eine Stärke umwandeln könntest, welche würdest du wählen?
Ich muss einfach an allem arbeiten. Man hat nie ausgelernt und kann sich immer in allen Bereichen verbessern. Man wird nie perfekt sein und muss deswegen immer an sich arbeiten und das werde ich auch weiterhin machen. Das heißt, im Sommer werde ich wieder versuchen mich in allen Bereichen meines Spiels zu verbessern.
Zur Nationalmannschaft: Da ist deine Rolle in den letzten beiden Jahren immer größer geworden. Wie wird sie in diesem Jahr sein?
Also, das hängt ganz davon ab, ob Dirk Nowitzki und vor allem Chris Kaman mit dabei sein werden. Kaman spielt ja auf meiner Position. Ich lasse mich da einfach überraschen. Egal wie es kommt, ich freue mich extrem auf die Nationalmannschaft. Wenn der Sommer mit der Nationalmannschaft vorbei ist, dann freue ich mich immer schon auf das nächste Jahr mit der Mannschaft.
Was macht die Nationalmannschaft für dich so besonders?
Der Zusammenhalt im Team ist einfach unglaublich stark. Wir sind die ganze Zeit zusammen unterwegs. Man kennt die Leute schon viele Jahre lang und man freut sich dann auch immer besonders wenn man sich während der Saison trifft. Wir sind halt auch Freunde geworden. Mit Philipp Schwethelm zum Beispiel, bin ich zusammen im Basketball groß geworden. Deswegen freut man sich dann umso mehr auf diesem Level miteinander zu spielen.
Nun habt ihr ja eine schwere Gruppe bei der EM erwischt. Serbien, Frankreich, Italien, Israel und Lettland heißen die Gegner. Was erhoffst du dir vom Turnier im September in Litauen?
Ich denke, wir können in diesem Jahr alles erwarten. Wir haben ein extrem junges aber auch ein extrem talentiertes Team. Schon im letzten Jahr hatten wir ein klasse Team aber ich kann mir vorstellen, dass wir in diesem Jahr noch mal um einiges besser sein werden, weil sich jeder nochmals verbessert hat.
Nun steht ja noch nicht fest, ob Dirk Bauermann auch nach der EM noch Nationaltrainer sein wird, da es derzeit keine Doppelfunktion als BBL-und Nationaltrainer geben darf. Im Augenblick versucht man dafür eine Lösung zu finden. Wie beurteilst du die Situation?
Es war sehr wichtig für den Basketball in Deutschland, dass er den FC Bayern in die BBL geführt hat. Bayern München wird sehr wichtig für den Deutschen Basketball werden. Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass er weiter die Nationalmannschaft trainiert, weil er das jetzt schon seit Jahren macht. Er kennt die Spieler, er hat die jungen Spieler in die Nationalmannschaft geholt. Also, ich fände es okay wenn er beides machen würde und hoffe, dass er Nationaltrainer bleibt.
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