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wknD? Interview mit Tibor Pleiß

Tibor Pleiß gehört in dieser Saison klar zu den besten deutschen Spielern in der BBL. Folgerichtig wurde der 20-jährige am Ende der regulären Spielzeit mit dem Rookie of the Year Titel belohnt. In der Playoffserie konnte der junge Center seine Leistungen nochmals steigern. So war er mit durchschnittlich 9,0 Punkten und 6,7 Rebounds entscheidend am Sweep der Brose Baskets Bamberg über die Telekom Baskets Bonn beteiligt. wknD hat nach Spiel 3 mit Tibor Pleiß über die Viertelfinalserie, die Ambitionen der Bamberger, seine persönliche Entwicklung, die NBA, Spielzeit deutscher Spieler und die Quote gesprochen.  

wknD: Tibor, Glückwunsch zum Sweep! Was war heute entscheidend dafür, dass ihr am Ende knapp gewonnen habt?

Tibor Pleiß: Ich glaube, wir haben die ganzen 40 Minuten über gekämpft. Jeder von uns hat einfach während der gesamten  Spielzeit und auch während der ganzen Serie  100% gegeben. Das war am Ende ausschlaggebend dafür, dass wir das Spiel und auch die Serie gewonnen haben.

Was ist Euch in Bamberg in dieser Saison noch zuzutrauen?

Wir wollen die Meisterschaft gewinnen. Wenn wir weiter so kämpfen, ist mit dieser Mannschaft wirklich alles drin. Wir werden uns die nächsten Tage erst einmal ein bisschen regenerieren. Danach fangen wir an uns auf Oldenburg oder Braunschweig vorzubereiten. Ich habe gerade gehört, dass Braunschweig überraschend das dritte Spiel gewonnen hat. Mal sehen wer am Ende unser Gegner sein wird. Wir werden uns auf jeden Fall sehr gut vorbereiten und schauen was dann geht.

Was sind die entscheidenden Gründe dafür, dass Du Dich im Laufe dieser Saison und auch jetzt in den Playoffs so stark verbessert hast?

Das ist ganz klar die Spielzeit. Mit jeder Spielminute die ich bekomme, werde ich besser. Das geht bei mir Schritt für Schritt. Ich versuche natürlich auch mich im Training immer voll einzusetzen, doch je mehr Spielzeit ich bekomme, desto mehr kann ich meine Leistungen verbessern. Außerdem war es für mich sehr wichtig, dass ich Starter geworden bin. Durch das Vertrauen des Trainers in meine Fähigkeiten auch als Starter, bekam ich mehr Selbstbewusstsein. Wenn man als Starter auf dem Spielfeld steht unterstützt das einen dann im Kopf noch einmal ziemlich, was für mich ebenfalls sehr wichtig war.

Mit der Insolvenz der Kölner, dem Wechsel nach Bamberg, der EM und dem Pokalsieg gab es für Dich auch einige Schlüsselereignisse in den letzten Monaten. Welches war besonders  ausschlaggebend für Deine tolle Entwicklung?

Am wichtigsten war wirklich die Spielzeit.  In den letzten drei Jahren, die ich schon in der Bundesliga gespielt habe, saß ich sehr viel auf der Bank. Deswegen habe ich in Bamberg am Anfang nur mit 10 Minuten Spielzeit gerechnet und freue mich, dass es  jetzt deutlich mehr Minuten sind. Das gibt mir viel Selbstbewusstsein und das ist, glaube ich, sehr wichtig für eine gute Entwicklung.

Deine tolle Entwicklung wurde auch von der Liga gewürdigt, indem Du als Rookie des Jahres ausgezeichnet wurdest. Zudem bist Du der beste Shotblocker der Liga. Was bedeuten solche Auszeichnungen für Dich?

Das ist natürlich Klasse, dass ich Rookie of the Year geworden bin. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut und es ist auch einfach eine Bestätigung für die harte Arbeit, die ich in dieser Saison in mein Spiel investiert habe. Trotzdem  kämpfe ich weiter und will mich weiter verbessern. Es geht jetzt um die Meisterschaft und ich versuche mich nicht von so etwas beeinflussen zu lassen. Meine volle Konzentration gilt jetzt erst einmal den Playoffs. Danach kommt natürlich die WM. Dort möchte ich gerne dabei sein.

Apropos WM! Wie siehst Du Deine Rolle in der Nationalmannschaft in diesem Jahr und was könnt Ihr bei der Weltmeisterschaft erreichen?

Ich glaube, unsere Chancen stehen sehr gut. Unsere Mannschaft ist zwar jung, aber auch sehr talentiert und  da ist wirklich viel möglich. Ob Dirk Nowitzki oder Chris Kaman dabei sein werden wissen wir alle ja noch nicht, aber ich finde, unsere Chancen stehen auch ohne die beiden nicht schlecht.

In der nächsten Saison zu einem dominierenden Center in der BBL werden, danach ein Jahr in Spanien spielen und dann in die NBA wechseln. Könnte so Deine Zukunft in den nächsten  Jahren aussehen?

Das kann man alles  noch nicht absehen. Ich werde in der nächsten Saison auf jeden Fall zuerst noch eine Saison in Bamberg spielen. Ob ich danach nach Spanien oder in die NBA gehe  wird sich  zeigen. Die NBA ist aber nach wie vor mein großer Traum.

Hast Du vor, wie Robin Benzing, in diesem Sommer an einem Pre- Draft Camp teilzunehmen?

Das weiß ich im Moment noch nicht. Es kommen in letzter Zeit immer wieder Scouts aus der NBA um sich mein Spiel anzuschauen. Mein Agent wird herausfinden wie es um meine Chancen in der Draft steht. Eine Entscheidung werde ich dann in den nächsten Wochen treffen.

Für Dich ist Spielzeit ein entscheidender Faktor um sich optimal zu entwickeln. Deutsche Spieler bekommen auch nach dieser Saison weniger als 19% der Gesamtspielzeit. Was muss sich da noch ändern?

Leider werden die deutschen Spieler, nach wie vor, in den meisten Mannschaften benachteiligt, aber ich glaube, das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Schon dieses Jahr hat sich ja etwas getan und im nächsten Jahr wird der Schritt dann noch ein bisschen größer ausfallen. Man wird es schon im nächsten Jahr sehen, wenn fünf deutsche Spieler im Kader sein müssen, denn dann ist man einfach mehr auf die deutschen Spieler angewiesen als im Moment. Das wird und muss sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln. Vielleicht wird es  auch irgendwann dazu kommen, dass zumindest ein deutscher Spieler immer auf dem Feld stehen muss. In anderen europäischen Ligen ist es ja schon so, dass immer einheimische Spieler auf dem Feld stehen müssen. Ich denke, in Deutschland wird sich das auch noch durchsetzen.

Was kommt nach Dirk?

Ich finde, wir haben wirklich eine Klasse Jugend im Moment. Da gibt es Perspektiven bei Robin Benzing, Elias Harris, Philipp Schwethelm, bei mir und auch noch bei einigen anderen jungen deutschen Spielern. Ich denke,  man braucht sich deshalb keine Sorgen um die Zukunft zu machen.

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