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Unsere Talente im Fokus: Jonas Wohlfarth-Bottermann

Vor gerade einmal vier Jahren entdeckte Jonas Wohlfarth-Bottermann seine Liebe zum Spiel mit dem orangefarbenen Leder. Den Erfolgen des 19-Jährigen Centers hat das dennoch keinen Abbruch getan; Das NBBL-Team der Telekom Baskets Bonn führte er zwar “nur” ins Achtelfinale, wo sie letztlich unglücklich Alba Berlin unterlagen. Beim NBBL-Allstar-Game lief es für den 2,07 Meter langen Center aber wesentlich besser: Nach 10 Punkten, 7 Rebounds und 4 geblockten Würfen wurde “WoBo”, wie in seine Mitspieler rufen, zum MVP gekürt. “Jonas ist ein Spieler mit großer Perspektive, ich kann mir gut vorstellen, dass wir ihn in einigen Jahren in der A-Nationalmannschaft sehen werden”, gab es prominentes Lob von Bundestrainer Dirk Bauermann.

Auch im Dress der Junioren-Nationalmannschaft konnte der athletische Brettspieler bereits erste Lorbeeren einstreichen. Beim internationalen Albert-Schweitzer-Turnier 2008 in Mannheim war besonders einer von ihm beeindruckt: Detlef Schrempf, ehemaliger NBA-Star und Camp-Coach in Mannheim, sprach dem jungen Center ein Sonderlob aus, das runter geht wie Butter: Von allen deutschen Spielern des U18-Teams, die er in Mannheim gesehen habe, sei Jonas der mit dem größten NBA-Potenzial.

Nachdem Wohlfarth-Bottermann zunächst einige Zeit beim unterklassigen BSV Roleber Bonn gespielt hatte, versuchte er sich vor der Saison 2007/2008 an den Tryouts für das NBBL-Team der Bonner Baskets. Im ersten Jahr überzeugte er vor allem durch sein gutes Timing in der Verteidigung, im zweiten reifte er dann allmählich zur wichtigsten Anspielstation des Team Bonn/Rhöndorf.

Mit einer Doppellizenz ausgestattet, fand “WoBo” Anfang 2009 auch den Weg zum Pro-B-Team der Rhöndorfer. Nach leichten Problemen der Eingewöhnung, fand der sich in der dritthöchsten deutschen Spielklasse aber immer besser zurecht und entwickelte sich fortan zum Publikumsliebling. Die letzten Partien der Spielzeit bestritt er gar in der Starting Five; seine Statitiken lesen sich mit 8.6 Punkten, 7.6 Rebounds und 2.1 Blocks pro Spiel entsprechend vielversprechend.

Ob der junge Hoffnungsträger auch in der kommenden Saison am Rhöndorfer Menzenberg oder für das Profi-Team der Telekom Baskets Bonn auflaufen wird, ist derzeit noch offen. Trainer Michael Koch ließ im Interview mit der Bonner Rundschau aber schon durchblicken, dass der Sprung in die Bundesliga aber wohl noch zu früh kommt. “Es ist unglaublich wichtig, dass junge Spieler Spielzeit bekommen”, sagte Koch.

Ab Mitte Juli bestreitet Jonas mit dem deutschen Team die U20-Europameisterschaft auf Rhodos (GRE). Sein Pech in der Vorbereitung war unser Glück. Während er sich von einem beim U20-Lehrgang erlittenen Nasenbeinbruch in Bonn erholte, fand er Zeit, uns einige Fragen zu beantworten.

Jonas, anders als für einige deiner Nationalmannschaftskollegen schien ein Wechsel an ein US-College für dich nicht von Interesse zu sein. Warum?

In erster Linie, weil ich noch ein Jahr meiner dualen Ausbildung zum Mediengestalter absolvieren will. Natürlich wäre es sehr spannend gewesen, in den USA zu studieren und als Basketballer ausgebildet zu werden, aber ich denke, dass ich mich auch in Deutschland sehr gut weiterentwickeln kann.

Wie bewertest du die Nachwuchsförderung in Basketball-Deutschland?

So lange bin ich ja noch nicht dabei. Aber ich habe schon den Eindruck, dass man uns bestmöglich ausbildet. Wie besuchen viele Lehrgänge, auf denen wir auch von Dirk Bauermann besucht werden. Letztes Jahr hat mich der Bundestrainer eingeladen, einmal pro Woche in Leverkusen ein Individualtraining durchzuführen. Dafür fehlte mir leider die nötige Zeit – aber hoffentlich funktioniert das diese Saison.

Hast du häufiger Kontakt mit Bauermann?

Es ist jetzt nicht so, dass wir ständig telefonieren, aber ich merke schon, das er ein Auge auf mich geworfen hat. Bei den Lehrgängen bekommt man immer wieder Rückmeldungen über seinen Leistungsstand. Das ist schon wichtig.

Wo willst du persönlich nächstes Jahr spielen? In er ersten Liga bei Bonn oder lieber wieder bei Rhöndorf, wo du dich schon in kurzer Zeit etablieren konntest?

Natürlich wäre es eine große Ehre, wieder im Bundesliga-Kader zu stehen und vielleicht auch hier und da ein bisschen Einsatzzeit zu bekommen. Aber in meinem Alter ist Spielzeit das wichtigste. Deshalb würde ich sehr gerne nach Rhöndorf zurückkehren und mich dort weiterentwickeln. Das neue Trainer-Duo Detlev/Rojik hat mir auch schon gesagt, dass sie sehr gerne weiter mit mir arbeiten wollen.

Was kommt nach Dirk?

Ich sehe da nicht schwarz. Sicherlich wird es lange Zeit keinen so überragenenden Spieler wie Dirk Nowitzki geben. Denoch glaube ich nicht, dass wir in der Basketball-Welt keine Rolle mehr spielen werden. Das Spiel wird sich dann grundlegend ändern, wir müssen dann als große Einheit auftreten und Team-Basketball spielen. Ich denke, wir haben die Talente in der Hinterhand, um das zu schaffen.

Ein Trackback

  1. Von Spielerprofil Jonas Wohlfarth-Bottermann, Telekom Baskets Bonn | Was kommt nach Dirk? - Unsere Talente rücken in den Fokus um 6. Oktober 2009 Uhr am 21:36

    [...] eigener Aussage ist es für Jonas Wohlfarth-Bottermann aber am wichtigsten, möglichst viel Spielzeit zu bekommen. [...]

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